Eine Voulge (auch geschrieben als Vouge, manchmal couteau de breche genannt) ist eine Art Stangenwaffe, die besonders im 15. Jahrhundert in Frankreich vorkam. Die Voulge hatte normalerweise eine schmale, einseitig scharfe Klinge, manchmal mit einer zusätzlichen Schneide an der Rückseite.
Die Klinge war über einen Ring an einem Schaft befestigt. Oft hatte die Waffe Verstärkungen am Schaft, sogenannte Langets, für zusätzlichen Schutz des Schafts. Einige Voulges hatten auf Handhöhe einen Rondeldolch, der die Hand wie eine Parierstange schützte.
Soldaten, die diese Waffe benutzten, werden Voulgiers genannt. Die Waffe wurde unter anderem von den Franc-Archers, französischen Bogenschützen im 15. Jahrhundert verwendet, die vom König aus gewöhnlichen Bürgern aufgeboten wurden, um die Armee zu verstärken. Die Voulge wird regelmäßig in Kunstwerken des 15. Jahrhunderts dargestellt.
Ein häufig gemachter Fehler ist, dass eine Voulge eine spitze Axt sein soll, die mit zwei Ringen am Schaft sitzt, wie ein Berdysch. Diese Erklärung ist falsch und entstand erst im 19. Jahrhundert durch Viollet le Duc.
Manchmal wurden Hellebarden auch Schweizer Voulges genannt. Dies scheint anzudeuten, dass die frühen Hellebarden sich aus der Voulge weiterentwickelt haben.
Interne Links
- Guisarme: Mittelalterliche Stangenwaffe mit Haken und Axtkopf
- Glefe: Mittelalterliche Stangenwaffe für Fußvolk und Reiter
- Hellebarde: Mittelalterliche Stangenwaffe und zeremonielle Axt
- Hippe: Landwirtschaftliche Waffe, Stangenwaffe und englische Kriegswaffe
Quellen:
- Visuelle Quelle: Abbildungen der französischen Francs-Archers (gegründet von Ludwig XI.) in Manuskripten des 15. Jahrhunderts.
- Museumssammlung: Musée de l'Armée (Paris) für authentische französische und Schweizer Voulges.