Schnelle Fakten über römische Kleidung
Basic: Die Tunika war das universelle Kleidungsstück für jeden Rang.
Anpassung: In kälteren Gebieten (wie die Niederlande und Britannien) übernahmen Soldaten Hosen und Socken von den "Barbaren".
Material: Hauptsächlich Wolle und Leinen; Seide war nur für die Reichsten.
- Status: Accessoires und die Länge der Tunika zeigten Rang und Bürgerstatus an.

Kopf und Nacken: Komfort unter Eisen
Einen bronzenen Helm direkt auf dem Schädel zu tragen ist schmerzhaft und gefährlich. Deshalb trugen Soldaten weiche Zwischenschichten.
Pilos (Mütze): Eine Filzmütze, die unter dem Helm getragen wurde. Sie fungierte als Stoßdämpfer, um Gehirnerschütterungen durch Hiebe auf den Helm zu verhindern.
- Focale (Schal): Vielleicht das wichtigste Accessoire für die Gesundheit des Soldaten. Dieser Schal verhinderte, dass die scharfen Kanten der Lorica hamata (Kettenhemd) oder Segmentata (Schuppenpanzer) den Nacken aufscheuerten.

Der Körper: Die Tunika und der Mantel
Die Tunika war das Fundament der römischen Mode, aber die militärische Version war kürzer und praktischer als die zivile Variante.
Die Militärische Tunika: Soldaten trugen ihre Tunika knapp über dem Knie. Eine längere Tunika galt als unpraktisch für den Kampf und sogar als "verweichlicht".
Farbgebrauch: Obwohl modernes Bildmaterial oft rot zeigt, trugen Legionäre auch weiß (ungefärbte Wolle), Ocker, gelb, braun und blau.
-
Sagum & Paenula (Mäntel): * Das Sagum war ein rechteckiger wollener Stoff, befestigt mit einer Brosche (Fibula), oft von Offizieren getragen.
Die Paenula war ein schwerer, halbkreisförmiger Mantel mit Kapuze, ideal gegen Regen und beliebt beim einfachen Soldaten.
Die Beine: Das Hosen-Tabu Durchbrochen
Für einen Römer aus der Stadt war eine Hose etwas für Barbaren. Aber am Rhein oder der Donau änderte sich diese Meinung schnell.
Braccae (Hosen): Zunächst wurden diese kurzen Hosen (knapp unter dem Knie) unauffällig unter der Tunika getragen. Mit der Zeit wurde das Tragen von Hosen akzeptiert und sogar modisch in der Armee.
Beinwickel: Für zusätzliche Wärme wickelten Soldaten wollene Streifen um ihre Unterschenkel, ähnlich wie später die Puttees oder die Wikinger-Wickel.

Die Füße: Caligae und Socken
Die legendären römischen Märsche waren nur dank überlegener Schuhe möglich.
Caligae (Sandalen): Diese robusten Militärsandalen hatten dicke Sohlen mit Eisennägeln (Clavi). Dies gab Halt auf schlammigem Boden und sorgte dafür, dass die Sohlen weniger schnell verschlissen.
Socken in Sandalen: Ja, die Römer taten es auch. In kälteren Provinzen wie Britannien gibt es zahlreiche Beweise (unter anderem in Vindolanda), dass Soldaten wollene Socken in ihren Caligae trugen, um Erfrierungen zu vermeiden.
Übergang zu Calcei: Ab dem 2. Jahrhundert n.Chr. wurden die offenen Sandalen im Norden durch die Calcei, einen vollständig geschlossenen Lederschuh, ersetzt, der mehr Wärme bot.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Trugen alle Legionäre rot?
Nein. Es gab keine offizielle Verordnung, die Rot vorschrieb. Die Farben hingen von den verfügbaren Farbstoffen in der Region und der persönlichen Vorliebe der Einheit oder des Offiziers ab.
Warum waren Hosen in der Stadt Rom verboten?
Die Hose galt als das Symbol des Feindes (Kelten und Germanen). Das Tragen wurde von konservativen Kaisern als Verlust der römischen Identität angesehen.
Wie blieben die Kleidungsstücke sauber?
Soldaten wuschen ihre Kleidung in Lagern, oft mit Urin (wegen des Ammoniaks), um Flecken zu entfernen, woraufhin sie gründlich ausgespült wurden.

Interne Links:
Die Kleidung des Legionärs war eine perfekte Mischung aus römischer Tradition und barbarischer Funktionalität. Möchtest du mehr über die Rüstung erfahren, die über dieser Kleidung getragen wurde, wie die Lorica Segmentata?
Caligae: Die römischen Militärsandalen, die die Welt eroberten
Der römische Militärgürtel: Symbol des Kriegers
Männliche Mode im Hochmittelalter (1066-1300)
Wolle spinnen in der römischen Zeit: Frauen und Technik
Im 1. Jahrhundert wurden Hosen von römischen Stadtbewohnern absolut nicht getragen. Stattdessen wurden die Unterschenkel und möglicherweise auch die Oberschenkel mit wollenen Streifen umwickelt, die oben und unten mit Schnüren versehen waren. Es ist gut möglich, dass Beinwickel (bei den Wikingern als Winingas bekannt) um diese Zeit ihren Einzug hielten. Möglicherweise wurden diese in einigen Fällen auch an den Oberschenkeln befestigt, wie eine Satire von Juvenalis (Satire 6.263) zu beschreiben scheint.