Griechische Helme: Von der mykenischen Elite bis zur Phalanx Alexanders

Schnelle Fakten über Griechische Helme

  • Ältester Typ: Der mykenische Eberz ahnhelm (ca. 1700 v.Chr.).

  • Am meisten ikonisch: Der Korinthische Helm (Höhepunkt im 5. Jahrhundert v.Chr.).

  • Wichtigste Innovation: Der Übergang von vollständig Geschlossener Helme (maximaler Schutz) zu offenen Modellen (bessere Sicht und Gehör).

Material: Begann mit organischen Materialien (Leder/Zahn), entwickelte sich zu Bronze und später Eisen.

Mykenischer Eberz ahnhelm

Der Mykenische Eberz ahnhelm

In der Zeit der Ilias trugen Helden wie Odysseus keine Bronze, sondern organische Materialien. Diese Helme waren Meisterwerke der Handwerkskunst und Statussymbole.

  • Konstruktion: 40 bis 50 Paar geschliffene Eberzähne wurden in Reihen auf eine Lederkappel genäht. Eine Auskleidung aus Filz sorgte für Komfort.

  • Symbolik: Das Schwein stand in der indogermanischen Kultur für Aggression. Das Töten der erforderlichen 40-50 Schweine für einen Helm bewies die Tapferkeit des Trägers.

  • Terminologie: Die Griechen nannten diesen Typ kunée ("Hundehaut"), während bronzene Helme mit einem Kamm später korus genannt wurden.

Der Illyrische Helm: Der erste Metall-Pionier

Nach den Griechischen 'Dunklen Jahrhunderten' erschien um 700 v.Chr. der Illyrische Helm. Dies war der erste vollständig metallene Helm, der den Nacken und das Gesicht zu umhüllen begann.

  • Merkmale: Erkennbar an den zwei parallelen Rippen oben, die den Helm gegen Schläge von oben verstärkten.

  • Entwicklung: Die frühen Typen behinderten das Gehör, aber spätere Varianten bekamen Ohrlöcher und ein besseres Visier.

  • Verwendung: Obwohl in der Peloponnes entstanden, blieb dieser Helm am längsten in Makedonien und Illyricum beliebt.
Griechischer Helm

Der Korinthische Helm: Das Icon des Hopliten

Dies ist der bekannteste Helm der Antike, untrennbar mit der dichten Schildmauer der Phalanx verbunden.

  • Optimaler Schutz: Der Helm umhüllt das ganze Gesicht, mit nur Schlitzen für die Augen und den Mund.

  • Sinnesbehinderung: In der Hitze der Schlacht sah der Soldat wenig und hörte fast nichts. Das war in einer Phalanx weniger problematisch, wo man nur geradeaus schauen musste.

  • Italo-Korinthische Variante: In Italien (unter anderem von den Römern) wurde der Helm oft oben auf dem Kopf getragen wie eine Kappe, wobei die Augenöffnungen rein dekorativ wurden.

Taktische Verschiebung: Der Chalkidische und Attische Helm

Als die Kriegsführung mobiler wurde, suchten die Griechen nach mehr Komfort und Kommunikationsmöglichkeiten.

  • Chalkidischer Helm: Dieser bot Wangenstücke, die oft mit Scharnieren befestigt waren und Ohrlöcher ließen, wodurch Befehle besser hörbar waren.

  • Attischer Helm: Eine Variante, die sehr beliebt bei Offizieren und den Etruskern wurde. Oft reicher verziert und ohne das feste Visier der Korinthischen Modelle.

Chalkidischer Helm

Die Helme der Makedonischen Expansion

Unter Philippus II und Alexander dem Großen änderte sich die Ausrüstung, um den Anforderungen eines Weltreichs gerecht zu werden.

  • Der Böotische Helm: Ein offenes Modell basierend auf einem Sonnenhut (petasos). Xenophon empfahl diesen speziell für die Reiterei wegen der ungehinderten Sicht und des Schutzes gegen Schwerthiebe von oben.

  • Phrygischer/Thrakischer Helm: Gekennzeichnet durch die nach vorne gebeugte Spitze (die 'Phrygische Mütze'). Dies war der Standard für die Infanteristen in der Makedonischen Phalanx. Manchmal waren die Wangenstücke mit gravierten Bärten verziert.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum wurden Korinthische Helme durch offene Modelle ersetzt?

Soldaten mussten auf dem Schlachtfeld kommunizieren können. Die Chalkidischen und Böotischen Helme boten den notwendigen Hör- und Sichtraum, der für komplexere Taktiken unerlässlich wurde.

Ist ein Eberzahnhelm stabil genug?

Obwohl weniger stark als Bronze, bot die Schichtung der Zähne überraschend viel Schutz gegen Schnitte und Pfeile, vergleichbar mit frühem Verbundpanzer.

Was ist der Unterschied zwischen einem Kopis und den oben genannten Helmen?

Der Kopis ist ein Schwert, aber die Helme wie der Böotische wurden speziell entworfen, um den Träger vor den vernichtenden Schwerthieben von oben eines solchen Kopis zu schützen.


Korinthische Helm-Replik Griechische Antike

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