Beinschienen: Der metallische Schutz für Ritterbeine

Eine Beinschiene, im Französischen auch jambeau genannt, ist ein Teil einer Rüstung, die das Schienbein schützt. Der Hauptzweck einer Beinschiene war es, das Schienbein, also die Tibia, zu schützen.


Da das Schienbein direkt unter der Haut liegt, ist es besonders anfällig für fast jeden Angriffstyp. Ein erfolgreicher Schlag auf das Schienbein kann das Bein unbrauchbar machen und den Träger dadurch stark in seiner Bewegungsfreiheit einschränken. Beinschienen waren daher ein essentieller Teil der Rüstung.

Späte Tempelritter des 13. Jahrhunderts in historischer Kleidung und Ausrüstung

Konstruktion


Beinschienen bestanden meist aus einer Metallaußenseite mit einer weichen Innenfütterung aus Filz oder anderem Material. Diese Polsterung war entscheidend, da ein direkter Schlag auf Metall ohne Dämpfung die gesamte Kraft auf das Schienbein übertragen würde, was äußerst schmerzhaft oder sogar lähmend sein konnte.

Landsknechtoffizier in späterster gotischer Rüstung aus dem 15. Jahrhundert

Historische Verwendung


Beinschienen waren bereits um etwa 900 n. Chr. bekannt, verschwanden dann aber weitgehend aus dem Gebrauch. Sie erschienen wieder um die Jahre 1230–1250, wie in der Illustration von Goliath im Trinity College Apocalypse Manuskript (ca. 1230) zu sehen ist.


Die Tatsache, dass es aus dieser Zeit kaum weitere Belege für Beinschienen gibt, deutet darauf hin, dass sie damals noch nicht allgemein verwendet wurden.


Die Beinschienen aus dieser frühen Periode waren meist Schynbalds, also Platten, die nur das Schienbein schützten und das Bein nicht vollständig umschlossen.


Illustrationen von geschlossenen Beinschienen, die das ganze Bein bedeckten, erscheinen erst um 1290 und wurden in den Jahren 1320 populär. Geschlossene Beinschienen bestanden aus zwei Platten, die an der Außenseite mit Scharnieren verbunden waren und an der Innenseite mit Gürteln und Schnallen befestigt wurden, wodurch das Bein vollständig geschützt war.


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