Axel Verreyken teilt die Geschichte des Schwarzen Bären von Löwen. In dieser selbst geschriebenen Erzählung nimmt er den Leser mit ins Herzogtum Brabant am Ende des dreizehnten Jahrhunderts.
Die Geschichte folgt dem Aufstieg von Salle, einem gewöhnlichen Bürger, der während eines Waffenspiels in Tienen Anerkennung verdient. Nach seiner Rückkehr nach Löwen wächst sein Ruf weiter und der Spitzname Schwarzer Bär von Löwen entsteht.
Der Text ist in historisierendem Mittelniederländisch geschrieben und lässt die Figur in ihrer eigenen Zeit und Welt sprechen. Unter dem Originaltext findest du eine Übersetzung.
Im Jahr MCCLXXXVI wurde in Tienen ein Turnier oder Waffenspiel abgehalten, während des Festtages des Heiligen Germanus, Schutzpatron dieser Stadt, als Teil des Jahrmarkts, zu dem viele Kaufleute und Volksmassen zusammenkamen.
Auch Bürger konnten dort ihre Künste erproben, sowohl zu Fuß als auch mit Waffen. Ich war selbst dort und sah, wie Salle im Fußturnier kämpfte.
Er war nicht von ritterlicher Abstammung, aber er verhielt sich kühn und mit großer Ausdauer. Und nach dem Kampf wurde ihm ein guter Helm geschenkt, zum Zeichen der Ehre.
Und als er nach Löwen zurückkam, wurde ihm auch von der Stadt Ehre erwiesen.
Unter den Schöffen, darunter waren Aert Nobel und Goordt de Vos, Männer von gutem Ruf, wurde ihm gestattet, die Farben der Stadt auf seiner Waffe und in seinen Kleidern zu tragen.
Man pflegte ihn Salle den Schwarzen zu nennen, weil er meistens in dunklen Kleidern ging, und auch wegen seines groben Aussehens und seiner schweigsamen Art. Doch er war nicht grausam, sondern gerecht in seinem Handeln, wie man sagt.
Es wird erzählt, dass er einmal, beim Fischmarkt, einen armen Kaufmann gegen vier fremde Gesellen beschützte, die ihn berauben wollten.
Ohne Schwert und ohne Messer, nur mit bloßen Händen, widerstand er ihnen und trieb sie davon. Ob dies alles wirklich so geschehen ist wie man sagt, weiß ich nicht genau, aber sein Name wurde dadurch in der Stadt berühmt.
Und seit jener Zeit nennt man ihn den Schwarzen Bären von Löwen.
Übersetzung:
Im Jahr 1286 wurde in Tienen ein Turnier oder Waffenspiel abgehalten, während des Festtages des Heiligen Germanus, des Schutzpatrons der Stadt. Dies war Teil des Jahrmarkts, zu dem viele Kaufleute und Besucher zusammenkamen.
Auch Bürger durften dort ihre Fähigkeiten zeigen, sowohl zu Fuß als auch mit Waffen. Ich war selbst dort und sah, wie Salle am Fußturnier teilnahm.
Er war nicht von adliger Herkunft, aber er kämpfte mutig und mit großer Ausdauer. Nach Ende des Kampfes bekam er einen guten Helm als Zeichen der Ehre.
Als er nach Löwen zurückkehrte, wurde er auch von der Stadt geehrt. Mit Zustimmung der Schöffen, unter denen Aert Nobel und Goordt de Vos waren, beide Männer von Ansehen, bekam er die Erlaubnis, die Farben der Stadt auf seinen Waffen und seiner Kleidung zu tragen.
Man nannte ihn oft Salle den Schwarzen, weil er meistens dunkle Kleidung trug und wegen seines groben Aussehens und seines schweigsamen Charakters. Doch er war kein grausamer Mensch, sondern gerecht in seinem Handeln, zumindest nach den Geschichten.
Es wird erzählt, dass er einmal am Fischmarkt einen armen Kaufmann gegen vier Fremde beschützte, die ihn berauben wollten.
Ohne Schwert oder Messer, nur mit bloßen Händen, schaffte er es, sich ihnen zu widersetzen und sie in die Flucht zu schlagen. Ob dies wirklich genau so passiert ist, weiß ich nicht genau, aber dadurch wurde sein Name in der Stadt bekannt.
Seit jener Zeit nennt man ihn den Schwarzen Bären von Löwen.
Kommentar verfassen