In diesem Blog nehmen wir dich mit zum Nordre Kjølen in der Nähe des norwegischen Solør. Hier wurde das Grab einer Vikingerin aus dem 10. Jahrhundert entdeckt. Sie wurde mit einem Schwert, Speer, Axt und Pfeilen in ihrem Grab beigesetzt. Wahrscheinlich ist ihr Bogen im Laufe der Zeit vergangen. Bei der Beerdigung wurde sie mit ihrem Kopf auf einem Schild gelegt.
Obwohl es nicht die Norm war, beteiligten sich Frauen in der Vikingerkultur manchmal an Kriegshandlungen. Die weibliche Vikinger-Kämpferin von Solør gehörte zur norwegischen Vikinger-Elite.
Die Zusammenstellung in diesem Blog ist vom Wikinger-Frauengrab von Solør inspiriert und keine vollständige Rekonstruktion. Auf diese Weise hast du selbst mehr Freiheit bei der Interpretation, ohne die Frau von Solør nachzubilden.
Die Frau von Solør war 18-19 Jahre alt, als sie starb. Sie wurde an einem zentralen Ort begraben, der ihr Grab deutlich markiert. Wenn Archäologen ein Grab mit Waffen entdecken, wird standardmäßig angenommen, dass es sich um ein Männergrab handelt. Außerdem sind in Gräbern oft keine sterblichen Überreste vorhanden, anhand derer DNA-Analysen durchgeführt werden könnten, um das Geschlecht zu bestimmen. Bei dieser Frau wurde jahrelang angenommen, dass ihre Waffen eine rein zeremonielle Funktion hatten. Aber diese Wikingerin offenbarte eine andere grausame Realität.
Für diesen Fotoshoot haben wir uns dafür entschieden, mit einem weiblichen Model zu arbeiten, das das gleiche Alter hatte wie die Frau, die im Grab gefunden wurde.
Weibliche Wikinger-Kämpfer
Die Frau von Solør ist nicht allein. Auch in Birka und Bogøvej in Dänemark wurden Gräber gefunden, in denen Frauen mit Waffen beigesetzt wurden. War das zeremonial?
Den Beweis dafür sehen wir im Schädel der Frau von Solør. In jungen Jahren, wahrscheinlich um ihre 16.-17. Lebensjahr, erlebte diese Frau etwas Schreckliches. Während eines Gefechts traf sie eine feindliche Axt direkt in den Schädel. Das Schädeltrauma muss enorm gewesen sein und zumindest eine Gehirnerschütterung und Bewusstseinsverlust verursacht haben. Durch den Aufprall wurde ihr Schädel eingedellt. Den Rest ihres Lebens hätte sie mit einer großen, tiefen Narbe auf ihrer Stirn leben müssen, falls diese Wunde sie nicht ohnehin tödlich getroffen hat.
In jedem Fall zeigt konfrontierendes Beweismaterial, wie gewalttätig, kurz und hart das Leben in der Wikingerzeit gewesen sein muss, sowohl für Männer als auch für Frauen.
Geschriebene Quellen erwähnen auch weibliche Wikinger-Krieger. Der byzantinische Historiker John Skylitzes schrieb über die Schlacht mit Sviatoslav I. von Kiew, bei der Wikinger-Frauen kämpften. Die Grönland-Saga erzählt, wie Leif Eriksons schwangere Halbschwester Freydís Eiríksdóttir gegen die Skrælings (Inuit) in Vinland (Kanada) kämpfte. Saxo Grammaticus erwähnt, dass auch dänische Frauen in der Schlacht von Brávellir kämpften. Åsa Haraldsdottir, in der Saga der Ynglinge, wird als geschickte Seefahrerin beschrieben, die Expeditionen zur See anführte und war wahrscheinlich neben Kapitän auch Kämpferin.
Diese geschriebenen Quellen und diese Gräber haben eines gemeinsam: die betreffenden Frauen stammten ausschließlich aus aristokratischer Herkunft. Möglicherweise wurden in aristokratischen Familien sowohl Männer als auch Frauen zum Kämpfen ausgebildet. Und das taten sie dann auch.
Die Frau in dieser Zusammenstellung ist viel weniger bekannt als die weibliche Wikinger-Kämpferin von Birka. Aber wir können nur mit größtem Respekt auf das Opfer blicken, das diese Frau für ihre Familie und ihren Stamm gebracht hat. In dieser Rekonstruktion nennen wir sie Ingibjorg.
Über Ingibjorg
Wir wissen wenig über das Leben von Ingibjorg, außer dass es gewalttätig und kurz war. Ingibjorg starb in der Zeit, als die Region Solør gerade Teil des vereinigten Königreichs Norwegen geworden war. Sie lebte kurz nach der Herrschaft des halblegendären Vikingerkönigs Harald Schöhaar (Harald Fairhair). Durch Solør fließen mehrere Flüsse. Der Fluss Glåma ist der längste Fluss Norwegens. Es war eine zentrale Verkehrsader in einer Zeit, als Reisen über Land schwierig waren. Möglich hatte Ingibjorgs Familie während Haralds Conquering-Kriegs ein Stück Land erworben.
Eine lustige Nebenbemerkung: Harald selbst war nach Snorri Sturluson ein paar Jahre lang mit Ragnhild der Mächtigen verheiratet. Ihr Beiname deutet darauf hin, dass auch sie wusste, wie man kämpft.
Als Abkömmling einer so mächtigen Familie lernte Ingibjorg kämpfen. Feinde waren zahlreich für das fruchtbare Gebiet von Solør. Mit 16 oder 17 Jahren wurde sie in einem Gefecht gegen einen feindlichen Stamm von einer Axt getroffen. Es ist unklar, ob sie genesen ist oder ob die Kopfwunde tödlich für sie war.
Nach der skandinavischen Religion verdiente sie einen Platz in Walhalla, indem sie auf dem Schlachtfeld fiel. Walküren stiegen aus der Luft herab und holten sie vom Schlachtfeld. Sie brachten sie in die große Festzaal. Bis zum Tag von Ragnarök kämpft sie hier mit anderen Helden und feiert jeden Abend mit den Göttern Odin und Thor.
Kleidung
Wikinger Tunika & Untertunika

Nach den angelsächsischen Chroniken trug Æthelflæd während des Krieges gegen die Wikinger Männerkleidung. Dies bietet mehr Bewegungsfreiheit als ein langes Kleid. Ingibjorg war nicht immer als Mann gekleidet. Außerhalb von Trainings- und Gefechtszeiten trug Ingibjorg traditionelle Wikingerfrauenkleidung. Diese wird in einem separaten Blog ausführlich behandelt.
Ingibjorg trägt in dieser Rekonstruktion eine lange Untertunika. Dies bietet zusätzliche Wärme. Durch die zusätzlichen Schichten wurde ihr Reichtum demonstriert. Je mehr Kleidung, desto reicher der Wikinger.
Über ihrer Untertunika trägt Ingibjorg eine hellblaue Tunika. Dies ist eine relativ reiche Farbe. Denk dran: Je leuchtender die Farbe, desto reicher die Person.
Wikinger Hose

Ingibjorg trägt eine typische Wikinger-Pumphose, wie auf dem Wandteppich aus dem 9. Jahrhundert von Oseberg abgebildet.
Beinwickel
Ingibjorg trägt Beinwickel, die ihre Unterschenkel und Füße im kalten norwegischen Klima zusätzlich warm halten.
Wikinger Schuhe
Ingibjorg trägt Wikinger-Schuhe, die auf Funden aus dem Schiffsgrab von Oseberg basieren. In diesem Grab wurde auch der Wandteppich gefunden, auf dem ihre Pumphose abgebildet ist.
Ausrüstung
Wikinger Kaftan

Ingibjorg trägt einen Kaftan, der sie im kalten norwegischen Klima warm hält. Wahrscheinlich trugen nicht alle Wikinger Kaftane. Sie basierten auf einem früheren Typ einer germanischen Überjaktion oder wurden von den Steppenvölkern beeinflusst, mit denen Skandinavier während ihrer Reisen in Kontakt kamen.
Wikinger Mantel

Obwohl die Skandinavier mit Pelz handelten, wird dies nur von den Reichsten in ihre Kleidung eingearbeitet worden sein. Leider ist der Mantel aus diesem Fotoshoot nicht mehr erhältlich, aber wir bieten noch Alternativen.