Dieser Blog folgt dem römischen Legionär Titus im Jahr 54 v.Chr. der dreizehnten Legion. Er kämpft gegen die Gallier unter seinem Feldherrn und Prokonsul, Gaius Julius Caesar.
Die späte römische Republik
Seit der Vertreibung der Könige 509 v.Chr. bis zur Ankündigung des Prinzipats 27 v.Chr. war Rom eine Republik. In dieser Zeit war es ein bürokratischer Staat, der von zwei Konsuln regiert wurde – Staatsoberhäupter, die vom Senat gewählt waren. Die Idee der Republik bildete die Grundlage für die römische Identität; die Römer nannten sich selbst niemals ein Reich, bis zum Fall des Weströmischen Reiches. Obwohl wir viel von unserer heutigen Politik in der römischen Republik wiederfinden können. Die Gesellschaft war sehr hierarchisch aufgebaut und geprägt durch Patron-Klient-Beziehungen, auch innerhalb der privilegierten Bürgerschaft. Adlige Senatsfamilien standen an der Spitze, gefolgt durch Equites (Ritter) und Plebejer. Unter ihnen gab es eine Unterschicht aus Proletariern und Sklaven, die keine Mitsprache hatten.
Während der Geschichte der späten römischen Republik spielten die Legionen eine wichtige politische Rolle. Wegen der Professionalisierung der Armee dauerten die Feldzüge länger und Legionäre wurden für ihren Lebensunterhalt von ihrem Sold und der Kriegsbeute abhängig, die sie von ihrem General erhielten. Dadurch wurden sie loyal gegenüber einzelnen Heerführern mit militärischem Geschick (besonders gegenüber Gouverneuren, die eine lange Amtszeit hatten) und nicht so sehr gegenüber dem römischen Senat.
In der späten Republik hatte es eine Serie politischer Konflikte gegeben zwischen (vereinfacht gesagt) zwei verschiedenen politischen Gruppen, die populares die für Landreformen und mehr politische Partizipation der Plebs und des Proletariats waren, oder die aristokratischen optimates die dagegen waren. Die Bürgerkriege endeten mit der Schreckensherrschaft des optimates-Generals Sulla zwischen 82-80 v.Chr. Dieser konnte sich durch seine Legionsmacht selbst zum Diktator ernennen und würde während zwei Jahren mit seinen blutigen Proskriptionen seine politischen Gegner massenhaft ausmordet und deren Besitztümer für sich und seine Verbündeten beschlagnahmen. Auch führte er große politische Reformen durch, die (mit und ohne Gewalt) die Macht der Volkstribunen stark einschränkten. Das Machtgleichgewicht der Regierung kam dadurch fast vollständig bei der Aristokratie zu liegen.
Dadurch gab es nach seinem Tod eine große Angst, dass eine Legion unter noch einem Demagogen wie Sulla eine Bedrohung für Rom darstellen könnte. In den kommenden Jahren wurde dies vom Senat erkannt und römische Gouverneure durften ihre Provinzen nicht mit ihren Legionen verlassen. Auch war es strengstens verboten für römische Heerführer, mit einer mobilisierten Streitmacht Italien zu betreten: für Triumphzüge innerhalb der Stadt musste die Armee erst offiziell entlassen werden.

Julius Caesar und das erste Triumvirat
Der Kampf zwischen den optimates und populares war völlig stillgelegt durch das blutige Regime von Sulla. Sympathien blieben jedoch bestehen und 70 v.Chr. wurden Gnaeus Pompeius und Marcus Licinius Crassus, die zwei mächtigsten Generäle der Republik, zusammen Konsuln, um die starken Einschränkungen von Sulla gegen die Volkstribunen rückgängig zu machen und dem Volk mehr Mitsprache in der Politik zu geben. Sie waren zwar populares, aber man sollte nicht denken, dass sie radikale Reformer waren, die für die untersten Klassen in der Gesellschaft kämpften. So hatte Pompeius unter Sulla gedient und war Crassus neben dem größten Hausvermieter Roms (durch seine berühmten Feuerwehrbrigaden) der Anführer der Armee, die die Sklavenaufständ des Spartacus auf blutige Weise niedergeschlagen hatte.
Unterdessen war in Rom ein junger Politiker im Aufstieg: Gaius Julius Caesar, der auf clevere und kühne Weise die politische Karriereleiter erklommen hatte. Er war sehr beliebt beim Volk geworden, weil er sehr großzügig gegenüber seinen Klienten war, offen seine Sympathien für frühere populares bekannte und wegen seiner politischen Aussagen sogar vor der Rache von Sulla fliehen musste. Nach dem Tod des Diktators kehrte Caesar zurück und verfolgte er seine früheren Peiniger und Handlanger; eine Handlung, die seinen Ruf in den Augen des römischen Volkes noch höher stieg.
Um die Macht zwischen den drei großen Figuren zu bewahren und einen Bürgerkrieg zu verhindern, wurde das 'erste' Triumvirat zwischen Pompeius, Crassus und Caesar gegründet (dieser Name wurde jedoch später diesem informellen Dreierbund gegeben, nach dem 'echten' Triumvirat von Octavianus, Marcus Antonius und Lepidus). Zusammen mit dem berühmten Redner Marcus Tullius Cicero unterdrückten die drei Machthaber eine Verschwörung, um einen neuen Diktator an die Macht zu bringen. Auch sorgten sie dafür, dass alle drei die wichtigen Regierungsposten erwerben konnten, die sie anstrebten. So wurde Caesar zum Consul und Prokonsul von Transalpien Gallien gewählt, wo er große Siege errang.

Die Gallischen Kriege
Als Caesar als Gouverneur von Gallien eingesetzt wurde, führte er Krieg gegen gallische Stämme, um die Grenzen Roms zu schützen. Dieser Grenzkonflikt entwickelte sich jedoch zu einem großen Eroberungskrieg. Durch Caesars schlaue Strategien und loyal ergebene Legionen gelang es den Römern zwischen 58 und 50 v.Chr., ganz Gallien bis zum Rhein und zum Ärmelkanal unter ihre Herrschaft zu bringen. Der gallische König Vercingetorix versuchte, die verschiedenen Stämme gegen Caesar zu vereinen, aber dies war vergeblich.
Caesars Legionen waren die am besten ausgebildeten der ganzen Republik und waren ihm vollständig loyal. Viele seiner Legionäre stammten nämlich aus Familien, die unter Marius gedient hatten. Auch war er durch seine Siege noch beliebter beim römischen Volk geworden: dadurch entstand eine große Angst im Senat, dass er Sulla als Demagoge nachfolgen würde. 56 v.Chr. fiel Crassus in seinem Krieg gegen die Parther in Syrien und das Triumvirat kam zu seinem Ende.
Unterdessen gab es viel Unruhe in Rom: der Volkstribun Publius Clodius hatte ein Getreidegesetz erlassen, durch das die Armen in großen Mengen nach Rom kamen. Die Stadt war in den vergangenen Perioden zu einem politischen Pulverfass geworden und es brach regelmäßig Gewalt auf den Straßen aus. Pompeius erhielt besondere Befugnisse, mit denen er diese Getreideversorgung regelte und den Straßenterror in Rom in Schach halten konnte: unterdessen lief er zu den optimates über und in dem Versuch, selbst die Macht zu ergreifen.
Wegen Caesars Erfolg beschlossen Pompeius und die optimates am Ende von 50 v.Chr., zusammen den populären General zu Fall zu bringen; sie erklärten ihn zum Verräter der Republik und forderten ihn auf, seine Armee zu entlassen. Caesar setzte alles aufs Spiel und verursachte eine Verfassungskrise, als er im folgenden Jahr seine Provinz Gallien verließ und das Flüsschen die Rubikon (die römische Grenze zwischen Gallien und Italien) überquerte nach Rom. Diese Krise und die nachfolgenden Bürgerkriege führten zu einem donnernden Ende der Republikeinischen Periode und führten zur Gründung eines Reiches unter Augustus 27 v.Chr. Die Römer würden ihr Reich jedoch bis zum Fall des Oströmischen Senats 602 weiterhin eine Republik nennen.
Ausrüstung des Titus, des republikeinischen Legionärs
Die Waffenrüstung des Legionärs wurde in der späten Republik vom römischen Staat versorgt. Dieser produzierte Rüstung, Waffen und Kleidung in speziellen fabricae, Werkstätten im ganzen Reich. Waffenausrüstung wurde in großem Maßstab produziert und wiederverwendet: dadurch war die Ausrüstung der Legionen einheitlich. Der Unterschied zwischen den hastati, principes und triarii war in dieser Periode weggefallen. Stattdessen bestand die Armee aus Legionären, Hilfstruppen-Kavallerie und Hilfstruppen-Bogenschützen. Der Vorteil hiervon war, dass der Fokus auf einem einheitlichen Typ Infanterie mit konsistenter Bewaffnung, Training und Einteilung lag
Die Ausrüstung eines Legionärs war dazu gedacht, so praktisch und funktional wie möglich zu sein. Ein Legionär musste nämlich in seiner vollständigen Ausrüstung nicht nur kämpfen können, sondern auch große Entfernungen an einem Tag marschieren oder lange Zeiten Wache stehen.
Römische Legionäre wie Titus hatten ähnliche Kleidung und Ausrüstung, waren aber nicht einheitlich. Obwohl sie ihre Ausrüstung vom römischen Staat erhielten, wurde viel geteilt oder von früheren Generationen übernommen. So hat Titus seinen Kettenhemd, Speer, Schild, Gürtel und Sandalen vom Staat erhalten, aber trägt er den alten Helm und gladius seines Onkels, ein alter Veteran, der noch unter Marius im Sozialkrieg und in der Verteidigung Roms gegen Sulla kämpfte. Titus' tunica und Mantel wurden für ihn von seiner Mutter gemacht und von Rom zu ihm geschickt.

Kleidung
Tunica (Tunika)
In der römischen Gesellschaft war die wollene (oder leinene) Tunica das wichtigste Kleidungsstück für Männer und Frauen gleichermaßen. In der Republik