In diesem Blog werfen wir einen Blick auf Aristokles, einen Ekdromos (leichte Hoplite), der 400 v.Chr. durch den dicken Schnee des armenischen Gebirges marschiert, umgeben von feindlichen Stämmen und mit einem persischen Heer auf den Fersen. Er ist nämlich ein Mitglied der zehntausend griechischen Söldner, die im Vorjahr vom persischen Usurpator Kyros eingestellt wurden, um seinen Bruder vom Thron zu stoßen. Jetzt ist Kyros tot, und Aristokles und seine verirrten Kameraden müssen ihren Weg nach Griechenland durch tausende Kilometer feindliches Gebiet finden. Ihr Feldherr Xenophon würde später ein Geschichtsbuch über ihren legendären Marsch schreiben, die sogenannte Anabasis.
Schnelle Fakten
Die Basis: Eine wollene oder Leinen chiton (Tunika) für Bewegungsfreiheit.
Der Mantel: Die chlamys diente als Schutz vor Wetter und Wind, wurde aber auf dem Schlachtfeld um den Arm gewickelt als improvisierter Schild.
Der Schild (Hoplon): Das Herz der Verteidigung, verziert mit dem furchterregenden gorgoneion.
Der Helm: Der klassische Korinthische Helm, oft nach hinten geschoben für bessere Sicht und Gehör während Erkundungen.
Die Bewaffnung: Ein doru (Speer) für die Linie und ein xiphos (kurzes Schwert) für Mann-gegen-Mann-Kämpfe.

Kleidung
Aristokles trägt eine Tunika, einen Gürtel und ein Paar abgetragene Ledersandalen. Außerdem trägt er seinen dicken wollenen Mantel als Schutz gegen die persische Sonne und die schneidende Kälte der Anatolischen Berge.
Chiton (Tunika)
Griechische Tunikas waren aus Leinen gemacht, manchmal auch aus Wolle. Die rote Tunika, die Aristokles trägt, ist aus dicker Stoff und hat kurze Ärmel, aber in den wärmeren Monaten trugen Griechen oft leichte Gewänder, die ihre Arme und Schultern unbedeckt ließen. Klassische Griechen trugen unter ihrer Tunika keine Hose, da sie diese als barbarisch betrachteten.

Sandaloi (Sandalen)
Aufgrund des warmen, gemäßigten Klimas wurden im klassischen Griechenland und im Rest des Mittelmeerraums Sandalen (sandaloi) wie diese getragen. Obwohl Aristokles einfache Militärsandalen trägt, die weniger offen sind, um die Füße besser zu schützen, gab es in der Antike ständig neue Modetrends für Sandalen, die vom modischen Athen bestimmt wurden.
Neben Sandalen trug man ab dem fünften Jahrhundert v.Chr. auch eine Art Schnürstiefel (wie endromis und embades) und im Winter Socken aus Filz (piloi), um die Füße warm zu halten.
Gürtel / Riemen
Um die Tunika zu formen, wurden sowohl einfache Ledergürtel als auch Stoffgürtel verwendet.
Chlamys (Mantel)
Die chlamys war ein wollener Mantel, der im klassischen Griechenland getragen wurde. Dieser hielt die Kleidung sauber und bot dem Träger Schutz vor Wetter und Wind.
Der Mantel, den Aristokles trägt, soll ihn jedoch nicht nur warm halten, sondern ist auch Teil seiner Waffenausrüstung. Im Kampf wickelt er den Mantel nämlich um seinen Waffenarm, um ihn vor Speeren, Schwertern und Pfeilen zu schützen.
Der Mantel wurde mit einer Fibel befestigt, einer Metallkleiderspange, die oft verziert war.

Waffenausrüstung
Die Waffenausrüstung des Aristokles ist leicht; er trägt nur einen großen bronzenen Schild und einen „korinthischen" Helm, um seinen Körper zu schützen. Er benutzt eine lange Speer, die doru, um in Formation zu kämpfen, und ein kurzes Schwert, das xiphos, als Sekundärwaffe.
Hoplon (Schild)
Der große bronzene Schild (hoplon / aspis) war der wichtigste Teil der Ausrüstung der Hoplite; der Name „Hoplite" ist sogar davon abgeleitet. Dieser schwere Schild war zum Kämpfen in einer dichten Schildwall-Formation (Phalanx) gedacht, bei der eine Hoplite teilweise vom Schild der anderen neben ihr bedeckt wurde.
Der Hoplon war oft mit Bronzewerk oder Farbe verziert. Diese Verzierungen wurden aus verschiedenen Gründen angebracht, hatten aber meist eine symbolische Bedeutung. So wurde der hoplon verwendet, um die Identität der Polis der Hoplite zu zeigen. Für Athen war dies zum Beispiel eine Eule, das Symbol der Göttin Pallas Athena, die die Stadt schützte. In Sparta wurde dies mit einem Lambda (das L in der griechischen Schrift) als Symbol für Lakedaimonien, das Gebiet, aus dem die Spartaner stammten, gemacht.
Viele Hopliten hatten auch ein Monster aus der griechischen Mythologie auf ihrem Schild. Dies war eine weniger patriotische Verzierung, die dazu diente, böse Kräfte abzuwehren und ihre Feinde abzuschrecken. Der Schild des Aristokles ist mit einem gorgoneion verziert, dem Kopf einer monströsen Gorgonen-Dämonin, die Menschen mit ihrem Blick versteinern konnte. Diese Verzierung zieht auch Inspiration aus der Ilias: nämlich von der Ägis, einer mythologischen Rüstung oder einem Schild, an dem ein Gorgonenkopf hing. Sie konnte den Benutzer vor allen Gefahren schützen und wurde in den Mythen von den Göttern Zeus (als Schild) und Athena (als Rüstung) getragen.

Helm
Der bronzene Korinthische Helm wurde vom achten bis zum vierten Jahrhundert v.Chr. verwendet. Dieser Helmtyp hatte ein ikonisches Profil und schützte den ganzen Kopf, wodurch er unter den schwer bewaffneten Hopliten sehr beliebt war. Bis 500 v.Chr. war der Korinthische Helm vollständig geschlossen, danach wurden zunehmend Helme mit Öffnungen für das Ohr hergestellt. Da der Helm das Gesicht vollständig verschloss, wurde dieser oft nach hinten geschoben, um dem Träger ein besseres Hör- und Sichtfeld zu geben. Einige Helme wie der des Aristokles hatten auch einen Kamm aus Pferdehaaren.
In den kommenden Jahrhunderten wechselte man schließlich zu den Phrygischen und Chalkidischen Helmen, die Sicht und Gehör des Trägers weniger einschränkten. Der Korinthische Helm blieb jedoch danach sehr wichtig in der griechischen Kunst als Symbol für die klassische Periode.
Doru (Speer)

Der Speer, den Aristokles handhabt, war die wichtigste Waffe der Hoplite und wurde von der archaischen Periode bis zur Zeit Alexander des Großen verwendet. Die doru (oder dory) hatte eine Länge von 2-3 Metern, lang genug, dass mehrere Linien von Hopliten als Teil des Schildwalles kämpfen konnten.
Der Speer war aus Eschenholz gefertigt und hatte neben einer blattförmigen Speerspitze auch eine spitze Schachtkap, die auf verschiedene Weisen verwendet werden konnte. So half diese, den Speer in den Boden zu stecken, und Hopliten konnten verwundete Feinde leicht töten, während sie den Speer aufrecht hielten. Auch konnte die Schachtkap von der Hoplite als Backup-Speerspitze verwendet werden, wenn ihre doru entzweibrach.
Auch wurden von Hopliten und anderen griechischen Soldaten kleinere Wurfspiele verwendet.