Kettenhemden waren über 2000 Jahre lang das Rückgrat der europäischen Rüstung. Egal, ob du einen Keltischen Krieger, einen Viking oder einen Ritter des 15. Jahrhunderts darstellen möchtest: Der richtige Typ Kettenhemd bestimmt die Glaubwürdigkeit deines Outfits.
Schnelle Auswahlhilfe
Antike (Kelten/Römer): Wähle eine Lorica Hamata (mit Pauldrons).
Frühmittelalter (Wikinger/Sachsen): Wähle einen Hauberk (lang) oder Haubergeon (kurz)
Hochmittelalter (Kreuzfahrer): Langer Hauberk mit integrierter Haube und Handschuhen.
Spätmittelalter (Plattenrüstungs-Zeitalter): Haubergeon (kurz) oder lose Voiders (Kettenhemdsegmente).

Die Entwicklung: Welches Modell passt zu welcher Zeit?
1. Die Antike: Die Lorica Hamata
Die Kelten erfanden das Kettenhemd wahrscheinlich um die 3. Jahrhundert v.Chr. Die Römer übernahmen dieses Design und nannten es die Lorica Hamata. Dieses Modell erkennst du an den zusätzlichen Schulterkappen, die mit einer Brustfibel befestigt wurden. Die zusätzlichen Pauldrons boten zusätzlichen Schutz für Körperteile, die nicht von großen Schilden bedeckt wurden. Sie waren von den Pauldrons auf der Linothorax abgeleitet.
Wahl: Suche nach einem vernietetem Modell mit Pauldrons und Ringen von 6 mm bis 8 mm.
Verwende unverniete Kettenhemd-Ringe als günstigere Alternative

2. Frühmittelalter: Die Wikinger & Sachsen
In dieser Zeit war das Kettenhemd ein Statussymbol; nur die reichsten Krieger konnten es sich leisten. Die Wikinger nannten es einen Brynja. Die Kettenhemden waren oft halbhoch (Haubergeon) oder lang (Hauberk).
Unterkleidung: Es gibt keine Belege für einen Gambeson in dieser Zeit; Krieger trugen wahrscheinlich mehrere Schichten dicke Wolle.
3. Die Schlacht von Hastings & Die Kreuzzüge
Im Teppich von Bayeux (1066) sehen wir die Normannischen Ritter in langen Hauberks mit einer Spalte in der Mitte zum Reiten. Die Haube (Coif) war oft am Hauberk befestigt. Ab dem 12. Jahrhundert wurde die lose Kettenhemdkappe beliebter und man begann, den Gambeson (gepolsterte Untertunika) zu tragen, um die Auswirkungen zu verringern.
Trage den Hauberk über dem Gambeson
Befestige die Kettenhemdhaube und Kettenhemdshandschuhe, Manschetten mit Lederbändern am Hauberk.


4. Spätmittelalter: Ergänzungen
Ab dem 14. Jahrhundert ersetzte Plattenstahl zunehmend das Kettenhemd. Der vollständige Harnisch wurde zu schwer. Man stieg auf den Haubergeon (ein kurzes Kettenhemd) oder auf Voiders/Goussets um: lose Kettenhemdsegmente, die du auf den Gambeson nähst, um nur die Achselhöhlen und Ellbogen zu schützen, Öffnungen in Rüstungen.

Konstruktion: Vernietet vs. Unvernietet
Historisch gesehen waren Kettenhemden immer vernietet. Die Ringe wurden mit einem kleinen Nagel geschlossen, um zu verhindern, dass eine Schwertspitze oder ein Pfeil die Ringe einfach aufbog.
Vernietet (Re-enactment): Unverzichtbar für historische Genauigkeit. Flache oder runde Ringe mit runden Nieten oder gemischt vernietet sind der Standard.
15. Jahrhundert Reenactment: Im 15. Jahrhundert entwickelten sich keilförmige Nieten
Unvernietet (LARP/Fantasy): Die Ringe sind nur zusammengepresst. Dies ist viel billiger, aber historisch weniger korrekt und weniger robust.
Gemischt vernietet: Diese Technik wurde bereits in der Antike verwendet. Nicht jeder Ring muss vernietet werden, wenn eine Mischung aus geschlossenen Ringen und mit Nieten geschlossenen Ringen verwendet wird.

Ringtypen und Mobilität
Ein Kettenhemd wiegt durchschnittlich 7 bis 15 kg. Obwohl dies schwer klingt, schränkt es deine Mobilität kaum ein. Mit einem Riemen um deine Taille verteilst du das Gewicht auf deine Hüften, anstatt nur auf deine Schultern.
Runde Ringe: Universell für fast jede Periode.
Flache Ringe: Sehr beliebt ab dem 11. Jahrhundert.
Unverniete Ringe: erheblich günstiger als verniete Ringe
Aluminium: Ideal für Theater oder Film. Es sieht wie Stahl aus, wiegt aber fast nichts. Nicht geeignet für historische Kämpfe!
Aluminium & Gummi: Dies hat die Vorteile von Aluminium und kombiniert sie mit dehnbaren Gummringen, wodurch das Kettenhemd so dehnbar wird wie ein normales Kleidungsstück.

FAQ: Häufig gestellte Fragen
Was trage ich darunter? Historisch gesehen ist ein Gambeson unverzichtbar. Das Kettenhemd stoppt den Schwertschnitt, aber der Gambeson fängt den Schlag ab. Ohne Polsterung riskierst du immer noch Knochenbrüche und Prellungen.
Wie wähle ich die richtige Größe? Berücksichtige immer deine Unterkleidung. Miss deinen Brustumfang, während du deinen Gambeson trägst, und addiere mindestens 10-15 cm hinzu, um die erforderliche Bewegungsfreiheit zu haben.

Zusammenfassung für den Käufer
Antike: Wähle eine Lorica Hamata.
Wikinger/Frühmittelalter: Langer Hauberk, oft unvernietet Federstahl oder vernietet rund.
Ritter (13.-15. Jahrhundert): Haubergeon oder Voiders, bei Vorliebe verniete flache Ringe.
LARP/Events: Unverniete milder Stahl oder Aluminium für optimalen Komfort.