Das römische Heer: die frühe Republik

In der langen römischen Geschichte hat sich die Zusammensetzung der römischen Armee mehrmals verändert. In diesem Blog befassen wir uns mit der Armee der späten Königszeit und frühen Römischen Republik bis zum Ende des 1. Punischen Krieges.

Auxilia oder Söldner während der frühen Römischen Republik

Römische Kriegsführung aus Indo-Europäischer Perspektive

Die römische Gesellschaft war tief durchdrungen von Traditionen Proto-Indo-Europäischer Herkunft. Dies ist während der gesamten Geschichte Roms deutlich in der römischen Kriegskultur sichtbar. Hier sind einige Beispiele:

Patron-Klient-Beziehungen

Das System der Patrone und Klienten war grundlegend für die römische Gesellschaft. Patrone, oft die Anführer mächtiger Familien, teilten ihren Reichtum mit weniger wohlhabenden Römern (Klienten) im Austausch für Loyalität und politische Unterstützung. Diese Patron-Klient-Beziehungen basierten auf eidgebundener Gegenseitigkeit. Der Status sowohl des Patrons als auch des Klienten hing von ihrem Reichtum ab. So wurden zur Zeit der Republik oft die Armen der Gesellschaft von Patronen mit Brot und Geld bestochen, damit sie bei Wahlen für sie stimmen würden.

Die gesamte römische Gesellschaft war auf diesem System der Gegenseitigkeit aufgebaut; die meisten Römer waren Klienten und die meisten Patrone waren oft selbst ein Klient eines noch reicheren Patrons. In den frühen römischen Heeren hatte dieses Verhältnis wahrscheinlich auch einen starken Einfluss auf die Position eines jeden. Auch die Beziehung zu den Göttern wurde auf diese Weise betrachtet; deshalb war die richtige Opfergabe so wichtig im römischen Religion.

Dieser wichtige Teil der römischen Kultur findet ihren Ursprung bei den Proto-Indo-Europäischen Steppennomaden. So konnte Vieh von einem wohlhabenden Hirten an arme Hirten im Austausch für eine Gegenleistung, oft in Form von militärischer Unterstützung, verliehen werden.

Verbindung zwischen Politik und Religion

Im heidnischen Rom waren Staatsmänner (Könige, Konsuln und später Kaiser) auch die obersten Priester der römischen Religion. Die Römer sahen nämlich den Wohlstand ihres Reiches als direkt verbunden mit einer guten Beziehung zwischen Menschen und Göttern. Der Staatsmann war der größte Patron der Gesellschaft, weshalb er seinerseits der beste geeignet war, um der größte Klient der Götter zu sein.

In den Proto-Indo-Europäischen Gesellschaften erfüllte das Oberhaupt der Gesellschaft auch schon beide Funktionen: in der Proto-Indo-Europäischen Schöpfungsmythe war der erste Priester zugleich der erste König. In beiden Kulturen bestand die wichtigste Aufgabe des Anführers darin, die kosmische Ordnung aufrechtzuerhalten.

Bürgerschaft

Bürgerschaft in der römischen Zeit darf nicht mit unserem modernen Konzept verwechselt werden. Römische Bürger waren nicht nur Menschen, die in den Grenzen des Reiches geboren wurden, sondern eine privilegierte Klasse in der Gesellschaft. Nur Bürger hatten Rechtsfähigkeit und politische Rechte. Bürgerschaft wurde in den meisten Fällen durch die Geburt bestimmt und um Bürger zu werden, musste man bestimmten Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft nachkommen. Dafür war oft ein bestimmtes Maß an Reichtum erforderlich.

Die römische Bürgerschaft zeigt Ähnlichkeiten mit dem germanischen und keltischen Klassensystem. Dies kann auf das Proto-Indo-Europäische Konzept einer Brautgabe zurückgeführt werden. Dieses System entstand aus dem dreiteiligen Klassensystem, wobei Bürgerschaft der Kriegerklasse entspricht. Anfangs wurde zwischen beiden kein Unterschied gemacht.

Die Ritualisierung des Triumphzuges und der Spolia Opima

Nach großen römischen Militärsiegen hielt der Feldherr einen Triumphzug durch die Stadt, wobei er die versprochene Kriegsbeute den Göttern opferte (besonders Jupiter und Mars), aber auch mit dem Volk. Er tat dies, indem er auf eigene Kosten große Festlichkeiten organisierte und Münzen mit seinem Gesicht ausverteilte, die aus erbeuteten Edelmetallen geprägt waren.

Diese Tradition hat ihren Ursprung im Indo-Europäischen Koryos-Ritual, bei dem junge Krieger der Gemeinde losgezogen wurden, um Vieh von anderen Stämmen zu rauben. Dies diente dazu, die Wirtschaft des Stammes zu unterstützen. Derjenige, der die Beute brachte, wurde als Held angesehen, der Reichtum an das Volk verteilte. Dies ermutigte andere Krieger, ebenfalls Vieh zu rauben und so wurde die Tradition aufrechterhalten.

Bündnisse

Rom war bekannt für seine vielen Bündnisse, die es sehr taktisch nutzte, oft als casus belli für Eroberungskriege. Anfangs wurden diese mit anderen Völkern der Italischen Halbinsel geschlossen und später im gesamten Reich. Diese Bündnisse sind ein Ausdruck eidgebundener Gegenseitigkeit und ähnelten stark den Patron-Klient-Beziehungen, die die römischen Familien untereinander hatten.

Diese Praxis hat auch ihren Ursprung in der Proto-Indo-Europäischen Kultur. Verbündete, die an der Beute teilhatten, partizipierten in der kosmischen Ordnung. Verbündete, die ihre Vereinbarungen nicht einhielten oder Verrat begingen, mussten nach dieser Weltsicht zerstört werden, weil sie Chaos schufen.

Reinkarnation

Die Römer glaubten indirekt an Reinkarnation. Nach der römischen Religion war die Seele unsterblich, aber wohin sie nach dem Tod kam, hing von den Taten einer Person im Leben und der Art ihres Todes ab. Deshalb herrschte eine starke Leistungskultur, wobei es, wie in der Alt-Nordischen Kultur eine Vorliebe für den Tod auf dem Schlachtfeld gab. Jemand, der im Kampf starb, ging in die wunderschönen Elysischen Felder, während jemand, der auf natürliche Weise starb, in die Asphodelfelder ging. Dass die Römer das Jenseits mit offenen Feldern assoziierten, deutet auf ihren Ursprung als Steppenhirten hin.

Römische Auxilia mit keltischem Schwert

Die symbolische Rolle von Speren

Der Speer hatte eine wichtige symbolische Bedeutung für die Römer; er war nämlich die Waffe des Kriegsgottes Mars. Unter anderem warfen die fetiales einen mit Blut befleckten hasta in feindliches Gebiet, um den Krieg zu erklären. Auch wurde ein Speer ohne Spitze (hasta pura) als militärische Auszeichnung an erfahrene Centurionen (primipilus) verliehen.

Speere hatten nicht nur eine Bedeutung im Zusammenhang mit Kriegsführung; so wurde der celibaris-hasta traditionell verwendet, um das Haar einer Braut zu schneiden. Bei Handel und Rechtsprechung markierte ein Speer auch oft den Beginn von Transaktionen (subhastationes) oder war beim Gericht (hasta centumviralis) präsent.

Der zeremoniellen Status des Militärgürtels

Selbst der Gürtel eines Kriegers oder Legionärs hatte eine zeremonielle Bedeutung: er symbolisierte die Verbundenheit der Kriegerklasse. Diese Praxis war nicht einzigartig für die Römer, wie man bei dem Keltischen Hochdorf-Krieger aus 600 v.Chr. sehen kann. Beide Völker finden den Ursprung dieser Tradition bei ihren Steppenvorfuhren; Proto-Indo-Europäische Militärgürtel wurden prominent auf den Kurgan-Stelae aus 3.500 v.Chr. dargestellt.

Das Frühe Römische Heer (752 -578 v.Chr)

Bis etwa 550 v.Chr. gab es keine organisierte römische Armee. Stattdessen zogen Kriegsbanden, gebildet aus verschiedenen Clans, gemeinsam in den Kampf. Diese Gruppen unterhielten Beziehungen zueinander, die auf eidgebundener Gegenseitigkeit basierten. So konnte militärische Schlagkraft gebündelt und gemeinsame Plünderungszüge organisiert werden.

Es ist wahrscheinlich, dass auch die Römer über eine starke Kriegskultur verfügten, da die italischen Völker in der Eisenzeit eine Indo-Europäische Herkunft hatten. Krieg und Plünderungszüge zwischen Stämmen waren ein fester Bestandteil der Gesellschaft und wurden regelmäßig zwischen Clans organisiert. Für Krieger war dies eine Möglichkeit, Reichtum zu sammeln und sozialen Status zu gewinnen. In diesen kleinen Kriegen wurden individuelle heldenhafte Taten stark betont, vergleichbar mit der Kriegskultur, die in Homers Ilias & Odyssee beschrieben wird.

Etruskischer Hoplit mit rundem Schild und Falcata

Etruskische Hoplitenheere (578 – 315 v.Chr)

Die Etrusker und Römer wurden stark von den Griechischen Handelkolonien beeinflusst, die auf der Italischen Halbinsel errichtet wurden. Die Aristokratie liebte Griechische Luxusprodukte und die gegenseitigen Geldströme. Durch diese

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