Churburg-Stil Harnisch um ca. 1360-1410

Einführung

Die Rüstung eines Ritters (oder Kriegsmanns) hat sich im Laufe des Mittelalters verändert. In diesem Blog werfen wir einen Blick auf die Ausrüstung eines französischen Ritters im späten vierzehnten Jahrhundert, um dir bei der Auswahl deiner eigenen Zusammenstellung zu helfen.


Die zweite Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts war eine Zeit des Konflikts und großer Veränderungen in Waffen und Militärtechnologie. Der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England spielte eine große Rolle in dieser Entwicklung. Dieser Konflikt um die Nachfolge des französischen Throns dauerte von 1337 bis 1453 und war geprägt von langen Kriegsphasen, unterbrochen durch kurze Friedenszeiten, die beide Länder brauchten, um sich nach intensiven Kämpfen wieder aufzubauen.


Obwohl Ritter und Kriegsmänner hauptsächlich zu Pferd kämpften, wurden sie in der englischen Armee des vierzehnten Jahrhunderts zunehmend als schwere Infanterie eingesetzt. Um die französische Kavallerie zu bekämpfen, kämpften sie zusammen mit englischen Bogenschützen, die mit dem Langbogen ausgestattet waren, der mit der Bodkin-Pfeilspitze Kettenhemden durchbohren konnte. Stangenwaffen wie die Spitzaxt wurden entwickelt, um Reiter von ihren Pferden zu reißen. Dies führte dazu, dass Plattenpanzer weiterentwickelt und zunehmend zum Schutz der französischen schweren Kavallerie eingesetzt wurde. Das französische Heer nutzte mächtige Kreuzbögen und die schwere Lanze gegen die englischen Kriegsmänner, weshalb diese ebenfalls schwerer gepanzert wurden. Der Krieg führte somit zu einem Rüstungswettlauf zwischen England und Frankreich, der großen Einfluss auf die Entwicklung des europäischen Plattenpanzers im späten vierzehnten Jahrhundert hatte.

Rüstungsentwicklungen

Durch neue militärische Entwicklungen fand ein Übergang von Kettenhemden und Lamellenpanzer zu vollständigem Plattenpanzer statt. Die bekannte norditalienische Churburg-Rüstung von um 1360 ist ein gutes Beispiel für Rüstungen in dieser Übergansperiode.


Die frühe Rüstung war noch immer dazu bestimmt, mit einem vollständigen Kettenhemd getragen zu werden. Die Brustplatte war klein und einfach und hatte keine „Faulds", bewegliche Platten zum Schutz der Hüften, obwohl dieser Rüstungsteil sich gerade in Entwicklung befand. Die Konstruktion der Brustplatte selbst stammte vom Lamellenpanzer aus dem frühen vierzehnten Jahrhundert und bestand noch aus verschiedenen großen, aufgenieteten Platten, die aneinander anschlossen.


Arme, Schultern und Beine wurden mit Plattenpanzerstücken geschützt, die sich mit dem Körper bewegten und über einem Kettenhemd harten Schutz boten. Panzerstulpen waren keine Halbhandschuhe mehr, die über Kettenhemdshandschuhe getragen wurden, sondern bestanden nun vollständig aus Stahlplattenpanzer in Form einer Sanduhr-Handschuh.


Der Bacinet war von einem einfachen Helm, der im frühen vierzehnten Jahrhundert unter dem „great helmet" getragen wurde, zu einem Helm mit Visier weiterentwickelt worden, der für sich allein verwendet werden konnte. Die Entwicklung des Visiers bot vollständigen Kopfschutz, war aber leichter und praktischer in der Anwendung als der great helmet. Ritter und Kriegsmänner mussten nicht mehr einen schweren Helm auf- oder absetzen, um zwischen Sichtbarkeit und Schutz zu wechseln. Bacinet aus dieser Zeit bot selbst keinen Nackenschutz, wurde aber oft mit einem Kettenhemdsring, dem sogenannten Aventail, getragen.

Guillaumes Zusammenstellung

Es ist das Frühjahr 1360. Guillaume ist ein französischer Ritter im Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Er kämpft auf dem Schlachtfeld als Ritter zu Pferd, hält aber Wacht in der französischen Stadt Chartres für den Abt von Cluny. Er verbringt einen großen Teil seiner Zeit im Dom der Stadt, um zu verhindern, dass ihn die Nachricht von einer Niederlage bei Paris und einer riesigen englischen Armee entmutigt. Seine Waffenausrüstung ist immer griffbereit, und er sieht einen vorbeiziehenden Hagelschauer als ein böses Vorzeichen an: Es sieht so aus, als würden die Franzosen die Stadt verlieren. Genau dieser Hagelschauer würde in den kommenden Tagen jedoch zu einem jahrelangen Frieden zwischen England und Frankreich führen.

HINWEIS: Guillaumes Zusammenstellung basiert auf der Ausrüstung eines Ritters aus der Mitte des Hundertjährigen Krieges, aber ähnliche Ausrüstungen wurden in Italien, den Niederlanden und dem Heiligen Römischen Reich verwendet.

Outfit

Wenn Guillaume nicht seine Waffenausrüstung trägt, folgt er der Mode des späten vierzehnten Jahrhunderts. Er trägt ein langes Wollenpelrot, Unterhosen mit Beinlingen, Spitzschuhe und einen Bycocket als Kopfbedeckung. Wenn er sich in einer militärischeren Umgebung befindet, aber nicht seine vollständige Ausrüstung durch seinen Schildknappen anlegen lassen möchte, trägt er seinen Waffenrock. An seinem Gürtel trägt er eine Börse und einen Dolch.

Hut und Haube

Der Bycocket (auch bekannt als der Huttyp, den Robin Hood trug) war eine beliebte Kopfbedeckung im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert. Dieser wurde von der Leibeigenschaft, dem Bürgertum und dem Adel sowohl mit als auch ohne Haube getragen.

Mittelalterliche Kleidung

Produkt anschauen

Cotehardie

Im vierzehnten Jahrhundert waren lange, fließende Gewänder in Mode. Guillaume trägt ein blaues Wollenpelrot über einem leichten Unterhemd. Man trug am liebsten kräftige Farben, im Gegensatz dazu, wie diese Periode oft dargestellt wird. Wenn sie es sich leisten konnten, war ihre Kleidung reich verziert, aber auch ohne Verzierung war Kleidung im Mittelalter sehr teuer. Durch das Tragen eines Unterhemdes wurde das äußere Kleidungsstück weniger schnell schmutzig vom Körper und musste nicht so oft gewaschen werden, weshalb es auch nicht so schnell verblasste.

Mittelalterliche Cotehardie

Produkt anschauen

Unterhosen mit Beinlingen

Im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert wurden allgemein Beinlinge (Chausses) getragen. Diese wurden an den Unterhosen (Braies) befestigt und unter langen Gewändern getragen.

Mittelalterliche Kleidung

Produkt anschauen

Gürtel

Menschen aller Gesellschaftsschichten hängten Beutel und andere Gebrauchsgegenstände an ihren Gürtel. Überlege dir bei der Zusammenstellung deines Outfits, was du als Ritter in deinem täglichen Leben gerne mitnehmen würde, wie dein Besteck, aber auch dein Schwert.

Produkt anschauen

Schuhe

Im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert trugen Männer spitzige Schuhe. Mit der Zeit wurde die Mode immer extremer und die Schuhe wurden immer länger und spitzer. Auf dem Schlachtfeld folgte die Form der Funktion, und die Spitzigkeit der Schuhe war viel bescheidener, damit man während eines Kampfes nicht darüber stolperte.

TIPP: Um deinem Outfit einen authentischen Look zu verleihen, kannst du dich dafür entscheiden, deine eigenen Accessoires und Änderungen hinzuzufügen. Oft verzierten Menschen ihre Hüte mit Federn und Broschen. Mit Schmuck zeigten die Menschen nicht nur ihren Reichtum, sondern auch ihren Status: Zum Beispiel trugen Adlige Siegelringe, um ihre Unterschrift auf wichtigen Dokumenten leisten zu können. Französische Ritter im späten vierzehnten Jahrhundert, die Mitglieder eines Ritterordens waren, trugen eine spezielle Kette, um diesen Status anzuzeigen. Die Accessoires, die du wählst, helfen dabei, deine eigene Geschichte zu erzählen.

Produkt anschauen

Churburg-Rüstung

Die Rüstung, die Guillaume trägt, besteht aus mehreren Schichten. Über seinem Unterhemd trägt er seinen Waffenrock und Kettenhemd. Darüber trägt er einen Waffenrock in geteilten Farben und seinen Plattenpanzer.

Klicke hier, um mehr über das zu lesen, was du unter deiner Rüstung trägst.

TIPP: Ritter hatten im gesamten Mittelalter Schildknappen oder andere Knechte, die ihnen halfen, ihre Rüstung anzulegen: Plattenpanzer war fast nie dafür vorgesehen, vom Träger allein angelegt zu werden. Wir empfehlen dir, jemanden zu fragen, ob er dir beim Anpassen, Anziehen und Einstellen deiner Rüstung helfen möchte.

Maak het verschil, doneer nu!

Lees onze nieuwste blogs!